Vorwürfe, dass vorrangig der Bonner Stadtrat die verkürzten Öffnungszeiten in den Bonner Freibädern zu verantworten hat, weißt Rolf Beu, sportpolitischer Sprecher der GRÜNEN-Ratsfraktion in einer persönlichen Erklärung zurück:
„Oberbürgermeister Nimptsch und sein Verwaltungsvorstand forderten, mehrere Freibäder aufzugeben und zu schließen. Dieser Forderung widersprach der Stadtrat mit seinem Beschluss, alle Freibäder zu erhalten. Durch die Reduzierung von Fachpersonal schaffte die Stadtverwaltung vorab trotzdem Fakten in ihrem Sinne.
Mit der bloßen Erklärung, dass sie Freibäder aus rechtlichen Gründen nur öffnen würde, wenn mindestens zwei ‚Fachpersonen‘ pro Bad gleichzeitig anwesend seien, erzwang der OB und sein Verwaltungsvorstand dann mangels dieser städtischen ‚Fachpersonen‘ den Einschichtbetrieb – und ließ den politischen Beschluss, auf ausgebildete Kräfte von Vereinen zurück zu greifen, umso längere Öffnungszeiten zu ermöglichen, ins Leere laufen.
Zur Begründung dieser Behauptung wurde auf einen Vorfall in einem rheinland-pfälzischen Freibad hingewiesen und auf eine diesbezügliche Empfehlung. Eine Rechtssprechung, die die Anwesenheit dieser zwei ‚Fachpersonen‘ zwingend erforderlich macht, wurde von der Verwaltung zur Begründung ihres Sachvortrages nicht angeführt.
Aber spätestens seit den WCCB-Ereignissen, wo sich zwei höhere Mitarbeiter der Stadtverwaltung auf einmal auf der Anklagebank wiederfanden, scheint es allerhöchstes Ziel des städtischen Führungspersonals zu sein, jedwedes persönliches Risiko – und sei es noch so winzig – für sich auszuschließen.
Und wenn der Stadtrat gegen den Wunsch des OB und seiner Verwaltung halt beschließt, alle Freibäder zu öffnen? – Dann werden sie zwar geöffnet, durch die vermeintlichen Sachzwänge die Öffnungszeiten aber so reduziert, dass sie auch an den heißesten Tagen des Jahres weniger als 8 Stunden tatsächlich offen sind.
Wenn man bösgläubig wäre, könnte man fast unterstellen, dass die Verwaltung durch diese Praxis, Stadtrat und Badegäste davon doch noch überzeugen will, dass ihr Vorschlag der bessere gewesen sei: Nur noch 3 Freibäder vorzuhalten, die dafür aber von morgens bis abends zu öffnen. Statt alle 6 Freibäder erhalten, diese dann aber zeitgleich nur halbtags zu betreiben.
Eine übertriebene Rechtssicherheit für wenige zuungunsten der Allgemeinheit. Oder salopper formuliert: Rechthaberei auf Kosten der Menschen, die nicht ans Mittelmeer fliegen können, sondern die die Sommertage in den Bonner Freibädern verbringen möchten.
Diese Meinung habe ich auch vehement gegenüber der Verwaltungsspitze geäußert. Aber wie zu erwarten war, erfolglos. Nicht nur wegen diesen Erfahrungen bezweifele ich persönlich, dass der Sportdezernent, die Pläne für ein neues zentrales Kombibad beschlussreif, mit dem richtigen Standort und finanzierbar, überhaupt präzisieren wird.“


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